Die Schule Schlaffhorst-Andersen
Ausbildungsstätte für Atem-, Sprech- und Stimmtherapeuten/ -lehrer
Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen waren Frauen ihrer Zeit. Im Aufleben verschiedener Reformbewegungen der 1920er-Jahre (gesundes Leben, gesundes Essen und Bewegung in der reinen Natur, Anthroposophie, Wandervögel, Gymnastikschulen, etc.), gründeten auch sie eine Schule für Atmung und Gesangskunst 1916 in Rotenburg an der Fulda, die "Rotenburger Atemschule". Zeit ihres Lebens forschten sie über die Wechselwirkung von Atmung, Stimme, Bewegung und Psyche. Im Zentrum Ihrer Arbeitsweise steht der "dreiteilige Rhythmus", der allem Lebendigen zu Grunde liegt. Sie entwickelten die "fünf Regenerationswege": Kreisen, Schwingen, Rhythmus, Atmung, Tönen und sie wurden sich dessen gewahr, dass sie nicht nur rein technische Fragen zu klären hatten, sondern dass sie sich "im Mittelpunkt der gesamten menschlichen Wesenheit" befanden.
Die Harmonisierung aller dem Menschen innewohnenden Kräfte (Kräftelehre), die Rückführung zur "Natur in uns" ist das übergeordnete Anliegen ihrer "Lebensschule", die bis in 80ger Jahre internatsmäßig geführt wurde. Nicht selbstverständlich dass ihre Schule trotz zweier Weltkriege und dessen Konsequenzen weitergeführt werden konnte und Sie sich ihrem Gedankengut treu bleiben konnten.
Heute befindet sich Berufsfachschule in Bad Nenndorf (bei Hannover), die staatlich geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/ -therapeuten ausbildet. Sie sind mittlerweile den Logopäden gleichgestellt und gemäß § 124 SGB V umfassend zu Heilmittel "Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie" (SSST) und damit zur Therapie von Stimm-, Sprech-, Sprach-, Hör- und Schluckstörungen auf Grundlage ärztlicher Verordnung von allen Krankenkassen zugelassen.
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